Brainstorming (sowas wie ein Lebenszeichen)
Während sich halb Deutschland darüber Gedanken macht, wie man Griechenland aus der Schuldenfalle hilft und die andere Hälfte damit beschäftigt ist, Kevin-Prince Boateng zu hassen, sitze ich mitten in der Nacht im Internet und überlege, was ich da reinschreiben soll.
Zugegeben, eine geistreiche Einleitung sieht vermutlich anders aus, aber da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal weiß, wovon dieser Eintrag überhaupt handeln soll, bin ich halbwegs zufrieden. So ist das ja mit dem Bloggen, da mietest du Webspace und frickelst dir ein Template und installierst Plugins und dann irgendwann steht ganz oben nur noch Neuer Artikel und sonst gar nichts mehr. Mir persönlich geht das seit Monaten so und ich denke, dass meine Mitstreiter ähnlich denken (wenn sie das beeedblog nicht schon aus irgendwelchen absurden Gründen vergessen haben). Erstaunlich übrigens, dass ich immer noch nicht weiß, worüber ich schreiben soll, aber schon beim zweiten Absatz bin.
Vielleicht sind es ja gerade diese inhaltsleeren Beiträge, die so’n Blog am Leben erhalten. Denkt man dann ziemlich schnell und nimmt sich vor, die Postingfrequenz in Zukunft wieder hochzuschrauben. Da hat man aber wahrscheinlich zu voreilig gedacht, die Leser bleiben aus und im Endeffekt twittert man da lieber über kaputte Gefriertruhen als hier kurz mal Hallo zu sagen. Was vermutlich auch besser ist, interessiert ja hier wie da niemanden, aber da müssen sie es lesen.
Andererseits kann es auch mal ganz spannend sein, nach Monaten wieder auf dem eigenen Blog vorbeizuschauen. Nachzusehen, ob sich irgendwas getan hat (nein) und ob einem der ganze alte Kram immer noch gefällt (ja). Dann wird man ein wenig melancholisch und erinnert sich an die guten alten Zeiten, als das Schreiben neuer Beiträge noch leicht von der Hand ging – und überraschenderweise ohne großartig drüber nachzudenken. Dann bekommt man plötzlich Lust, mal wieder so einen gnaden- wie sinnlosen Text hier zu veröffentlichen. Und sitzt mitten in der Nacht im Internet und überlegt, was man da reinschreiben soll.
Überhaupt sollte man ja viel öfter über Nichtigkeiten bloggen und so die Postingfrequenz wieder hochschrauben. Aber das Thema hatten wir ja schon.
Wenn man sich dann endlich mal durchgerungen hat, einen neuen Beitrag anzufangen und sogar schon einen ganzen Haufen Text zusammengetippt hat, aber eigentlich immer noch nicht weiß, worum es geht, dann steht man schon vorm nächsten Problem: Wie komme ich sauber aus dieser Nummer wieder raus? Beziehungsweise: Wie bringe ich das Ganze jetzt zu einem für alle befriedigenden Ende?
Aber manchmal muss man Enden auch mal offen lassen.
