DAX war wohl nichts

… oder: Auch an beschissenen Abenden kann man viel zu viel Geld ausgeben. Und das tut ganz besonders weh.

Aber fangen wir vorne an. Samstag Abend, Brackwede. Ein gemütlicher Abend mit ein, zwei Sixpacks war geplant, später noch ins Stereo um dort dann den Abend laut aber stimmungsvoll ausklingen zu lassen. Was hatte ich mich gefreut. Leider habe ich die Rechnung ohne einen gewissen Bloggerkollegen gemacht, der sich spontan gegen das Stereo entschied – und für die Bierbörse, wo er sich mit jemandem treffen wollte.

Da sich aber in meinem Kopf schon ziemlich fest der Gedanke eingenistet hatte, unbedingt noch raus zu müssen, habe ich in den sauren Apfel gebissen und bin ihm gefolgt. Nicht ohne aus dem gemütlichen Sixpack eine  beschleunigende Treibladung zu machen. Schließlich hatte man ja schon so einiges gehört, und ich weiß was ich nüchtern ertrage und was nicht.

Im halbgaren Zustand dann also die Linie 1 Richtung Innenstadt geentert, mit Freunden im neuen Bahnhofsviertel getroffen und los gings. Beziehungsweise ging im ersten Moment erstmal gar nichts mehr, die Lokalität war zum Überlaufen gefüllt mit… ich nenne sie mal Menschen – man will ja immer freundlich bleiben. Grundsätzlich war die Bewegungsfreiheit darauf beschränkt, sich von dem Strom mitreißen zu lassen, der ohne Unterlass zwischen Toiletten und Theke pendelte. Nachdem ich erste besucht hatte, und an zweiter dann auch den Rest der Truppe wiedergefunden hatte, ging es ans fröhliche Picheln. Wenn man das so nennen kann. Warum in Herrgottsnamen nennt man ein Etablissement "Bierbörse", wenn es fast unmöglich ist dort ein Bier zu bekommen? Vom Eintreffen an der Theke bis zum schlussendlichen Erhalt des Bieres vergingen ca. 15 Minuten. Und das sollte an diesem Abend kein Einzelfall bleiben.

Mit einem Kaltgetränk in der Hand suchte man sich nun einen einigermaßen ruhigen Platz. Sitzen war natürlich bei der Fülle komplett unmöglich, stehen aber leider auch. Es verging keine Minute in der sich man nicht von jemandem angerempelt wurde, sei es weil er einfach nur vorbeigehen wollte, oder aber – und das war eindeutig die schlimmere Alternative – weil die hirntoten Schlagermusikfans sich beim Tanzen scheinbar unbedingt an irgendetwas reiben müssen. Das war dann meistens mein Rücken. Ein oder Zweimal auch mein Bier. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich auf diese Art von Körperkontakt abfahre. Meine Laune wurde auch durch die geschickte Musikauswahl des DJs nicht wirklich besser, aber ich finde davon solltet ihr euch anhand des folgenden Videos selbst ein Bild machen:

YouTube Preview Image
[youtubedirektdummfick]
Vorsicht! Nichts für schwache Nerven!
Und ja, das lief öfter…

Kurz vorm Amoklaufen beschloss ich nun das beste aus der Sache zu machen. Also immer an die billigste Biersorte halten und mich langsam aber sicher stumpf aus dem Leben zu schießen. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Biersorten durcheinander gesoffen. Aber: Irgendwann habe ich es geschafft. Das letzte was ich weiß, ist dass ich lautstark die Arminia-Hymne mitgegröhlt habe. Ab dann wurde der Abend irgendwie gut. Glaube ich. Beweise gibt es keine. Erinnerungen nur wenige. Und das ist vielleicht auch besser so.

Nachtrag 1: Jetzt werde ich erstmal schauen ob es im StudiVZ eine Gruppe gibt, die "DAX Bierbörse Bielefeld – Einmal und NIE WIEDER" oder so ähnlich heißt. Und wenn nicht, werde ich die wohl gründen müssen. 

Nachtrag 2: Das ganz oben angesprochene Treffen war übrigens nach 10 Minuten beendet. Na das hatte sich ja gelohnt :P 

18 Kommentare:

  1. Oh, ich glaube das wird nach ‘Das sind nicht 20 Zentimeter’ mein neues Lieblingslied. *rotflmao*

  2. Du kennst das aber auch mit den Hupen noch nicht, oder? Und “Finger im Po, Mexiko”. Und natürlich das gute alte “Komm hol das Lasso raus”…
    Meine Güte, allein bei dem Gedanken wird mir schon wieder ganz anders…

  3. Erhlich? Nein, die kenne ich (zum Glück) nicht. Ich habe keinerlei Apres-Ski-Erahrungen!

  4. Du glückliche!

  5. Oje OJe,

    das rote Pferd hätte doch lieber das machen sollen, was Pferde gerüchteweise am liebsten machen…..nur eine Bierbörse ist halt noch lange keine Apotheke.

    Immerhin bestärkt es mich in meinem Glauben daran das “unsere” Disco hier doch noch nicht das schlimmste sein muß, es gibt noch miesere Alternativen.

    Senf dazugegeben, ums Brot müßt Ihr euch kümmern.

  6. ALter, wenn ich davon jetzt ‘nen Ohrwurm davontrage (ich befürchte es beinahe, so fies, wie die Biester immer so sind), dann setzt es was *g*

  7. HEY! Finger in Po, Mexico und Cowboy und Indianer in einen Sack zu stecken ist ein Sakrileg. Denn ähnlich wie “Baby hit me one more time” durch Travis geadelt wurde und die Jungs bewiesen, dass es tatsächlich manchmal bloß am Interpreten liegt, ob ein Lied gut ist oder nicht, wäre Cowboy und Indianer, von Kettcar gecovert, ein Underground-Hit. Ich bin mir sicher ;)

  8. Das Lied mit dem Finger im Po möchte ich ja gar nicht kennen. Cowboy und Indianer hingegen habe ich glaube ich schon mal gehört. Das kann ich mir aber besser als Tomte-Cover vorstellen… muahhhhhh

  9. Kann bei diesem Video nicht der Gesetzgeber einschreiten ;)

  10. @ Rouven: Ja, der Ohrwurmfaktor ist bei diesem Müll leider nicht zu unterschätzen. :(
    @ Mischa: Alles ein Brei, wer es singt ist da doch vollkommen egal. Cowboy und Indianer wäre nichtmal lustig, wenn es von den Ärzten wäre.
    @ @irsign: Nein. Zu eindeutiger Text.
    @ Bateman: Traurig, oder? Ich bin mir nichtmal sicher, ob es sich dabei überhaupt um das Originalvideo handelt. Aber macht ja ab einem gewissen Grad an Peinlichkeit sowieso keinen Unterschied mehr.

  11. “zu eindeutiger Text”, har har, sehr gut! Aber im Ernst, “Alles roger” von den Sportis z.B. ist sogar noch zwei Klassen schlechter…

  12. Ui, da muss ich mich jetzt aber outen und zugeben, dass ich das schon wieder ganz gut finde…

  13. Kein Problem, jedem das Seine… ;) und das restliche Album ist wieder mal sehr solide und gut!

  14. JC

    Danke für die Warnung, ein Kollege deutet immer an, dass wir da “unbedingt mal hinmüssen”. Ungefähr so wie von Dir beschrieben habe ich mir die Zustände dort auch vorgestellt.

  15. Ungefähr so hatte ich mir das ja selber vorher schon vorgestellt.
    Aber selbstverständlich soll dieser Beitrag niemanden davon abhalten, sich den Spaß einmal selber anzugucken. Man muss ja alles mal gesehen haben ;)

  16. Der Torben

    Das halte ich auch für eines dieser nicht tot zu bekommenen Vorurteile … man muss def. nicht alles gesehen haben!

  17. Kenne ich…

  18. Bin der glechen Ansicht

Kommentar abgeben